Nachhaltiger Tourismus ABC

 


 

Liebe Freunde der Liste und Aufzählung!

 

Hier entsteht das Reise-ABC. Ein Nachschlagewerk rund ums Thema “Faires Reisen” und “nachhaltiger Tourismus”. Der eine oder andere Buchstabe wird wohl länger leer dastehen – wem fällt schon ein Begriff aus dem Reisejargon mit Anfangsbuchstaben “X” ein?

 

Sollte dir ein solcher oder andere Begriffe einfallen, die wir in die Liste aufnehmen sollen: Schreib uns eine Mail

Wer noch mehr erfahren will, kann sich über nachhaltigen Tourismus, faires und sozial verträgliches Reisen in unserer ständig wachsenden Linksammlung auf delicious umsehen.

 

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

 

 

 

A

 

Ablasshandel

Als Ablasshandel wird oft die Praxis bezeichnet, für zurückgelegte Flugkilometer eine Kompensationszahlung zu leisten, mittels derer Bäume gepflanzt werden, die wiederum das durch die Flugreise ausgestossene CO2 in sauberen Sauerstoff umwandeln sollen. Kritisiert wird, dass neben der CO2-Belastung viele andere Schadstoffe in die Atmosphäre geblasen werden, was kein Baum der Welt ungeschehen machen kann. Besser wäre: Weniger fliegen, wenn doch, dann weniger Zwischenstops einplanen und umso weiter man fliegt, umso zumindest länger dort bleiben.

 

Alternative Treibstoffe

Treibstoffe werden für gewöhnlich aus Erdöl gewonnen – eine nicht regenerierbare Energiequelle. Alternativen Treibstoffen liegt die Idee zugrunde, Energie aus Pflanzen – also einer nachwachsenden Quelle – zu gewinnen. Das Problem dabei: Auch wenn durchaus machbar, gibt es Befürchtungen seitens der Kritiker, dass in Zukunft bei Überbeanspruchung dieses Lösungsansatzes der nahenden Energiekrise fruchtbarer Boden nicht mehr für die Erzeugung von Grundnahrungsmitteln, sondern für den Energiehunger der Industriestaaten verwendet werden würde. Dem wirtschaftlichen Druck wären ärmere Länder nicht gewachsen, würden daher auch Pflanzen für die Treibstoffgewinnung anbauen und noch weiter abhängig von der Zahlungsbereitschaft der reichen Länder werden.

 

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B

 

 

Boot

Boote – oder besser: Schiffe – werden heute vor allem für den Cargo-Transport eingesetzt. Ihre Energiebilanz pro gefahrenem Kilometer kann nicht ganz mit dem der Eisenbahn mithalten, folgt dem Zug als energieschonendes Transportmittel aber auf dichtem Fersen. Neuere Überlegungen wollen einen Schritt zurück – Ja! Zurück! – gehen und auf Schiffe wieder das gute alte Segel zum Einsatz kommen lassn. Bei gutem Wind könnten Schiffe die Segel hissen und nahezu ohne jede zusätzliche Energie, praktisch lautlos durch die Meere pflügen.

 

 

Bus

Der Bus. Er kommt in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Vom kleinen Traum jedes Surfers, dem VW Bus, die Straße und das Meer, bis hin zum Reisebus, den Omi besteigt und mit neugewonnen Freunden durch Griechenland rollt. Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist ersterer nicht das gelbe vom Ei, der Großbus hingegen sehr: Bei voller Besetzung eines der umweltschonendsten Transportmittel.

 

 

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C

 

Camping

Camping ist wohl die ursprünglichste Art auf Reisen zu übernachten. Campingplätze sind aufgrund ihres geringen baulichen Aufwandes oft die erste Möglichkeit für Locals in die Hotelerie einzusteigen. Fortgeschrittenere Campingplätze beispielsweise in Europa warten hingegen durchaus mit Tennisplätzen und Swimming Pools auf. Wer’s braucht…
Eine Sonderform ist das “Wilde Campieren”: In weiten Teilen Europas verboten, ist es zwar eine romantische Form der Übernachtung, möglicherweise auf einer einsamen Klippe mit traumhafter Aussicht, allerdings hat niemand außer dir selbst was davon und fehlende sanitäre Einrichtungen und mangelnde Sorgfalt mit, naja, ihr wißt schon, Kot, machen daraus schnell ein unschönes Übel. Wahrscheinlich deswegen verboten.

 

Corporate Social Responsibility – CSR

CSR umschreibt den Beitrag eines Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, indem es über gesetzliche Vorgaben hinaus soziale und ökologische Verantwortung in seinem Kerngeschäft übernimmt. Dabei gilt es, eine bewusst gestaltete Balance zu erreichen, unter Berücksichtigung der Interessen der unterschiedlichen Stakeholder (Anspruchsgruppen): Kunden und Mitarbeitende, Eigentümer bzw. Anteilseigner, Hotels und Dienstleister in den Urlaubsregionen sowie die lokalen Gemeinschaften.*

Ein hervorragender erklärender Artikel über Corporate Social Responsibility im Tourismus ist bei fairunterwegs.org, der Reiseplattform für nachhaltiges Reisen zu finden.

*Tour Cert: Infoflyer, S.2

 

Community Based Tourism (CBT) oder auch Gemeindetourismus

CBT beschreibt eine Tourismusform, bei der die lokale Bevölkerung entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und einen Großteil der Einnahmen zukommt.* Die Reisenden profitieren dabei von einem hautnahen Erleben der lokalen Traditionen und Natur, sie reisen mit einheimischen Guides und können ihr soziales Gewissen beruhigen.

Die Einheimischen dagegen profitieren durch den Schutz ihrer Traditionen und ihres Lebensraums. Ihnen bietet nachhaltiger Tourismus eine Alternative zu nicht nachhaltigen Industrien. Besonders zu beachten ist aber, dass CBT niemals die Hauptlebensgrundlage für eine Destination darstellen kann und soll.**

 

* UNWTO: Polities, Strategies and tools for sustainable development of tourism, S. 51

** www.communitybasedtourism.info

 

 

 

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D

 

Dress Code

Übersetzt “Kleidungsvorschrift”, bedeutet es in diesem Zusammenhang, dass man in Ländern mit anderen Gepflogenheiten trotz hoher Temperaturen dann und wann doch auf das kleine Kurze oder die schönen Badeshorts verzichten sollte. Alois Mock – Alt-Aussenminister – wurde zeitlebens für seinen Auftritt in kurzen Hosen gescholten. Auf Reisen in gewissen Ländern fängt man damit zwar wahrscheinlich nur Nasenrümpfen ein, vielleicht verletzt man damit aber auch religiöse oder ethische Gefühle.

 

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E

 

Energie

Vor allem bekannt als Ausspruch von Jean Luc Picard, Captain der Enterprise. “Energie” leitet dabei eine weitere aberwitzige Reise ins Weltall ein. Auch bei Reisen auf Erden ist Energie ein Schlüsselthema: Mobilität, Infrastruktur und Unterbringung benötigen Energie. Bei Mobilität stoßen wir wieder auf das Problem der Flugreisen, lange Autofahrten und dergleichen. Großer touristischer Ansturm auf eine Region hingegen kann die lokalen Energieressourcen überbeanspruchen, was nicht selten zu einem Ausbau der Infrastruktur durch nicht-erneuerbare Energie zur Folge hat. Kleinere, nachhaltige und dezentrale Energiekonzepte sind aber auf dem Vormarsch. Solar-, Wind- und Erdwärme-Energie haben nicht nur einen kleineren ökologischen Fußabdruck – sie sind auch einfacher in kleinerem Rahmen zu organisieren. Viele Hotelanlagen stellen mittlerweile schon auf eine solche Form der Energiegewinnung um: Aus ökologischen und ökonomischen Gründen.

 

Ethical Holidays

Englischer Sammelbegriff für Ausprägungen des tourismus, die positive Veränderung zum Ziel haben. Darunter fallen Ökourlaube, Faires Reisen, Volontourism, Slow Travel und so weiter. Wie ethisch korrekt ein Urlaub ist, lässt sich mitunter nicht einfach feststellen – neben Informationen des Reiseanbieters empfiehlt sich ein offenes Auge und grundsätzliches Wissen um regionale Gegebenheiten und Interesse an den Lebensumständen der Gastgeber. Als Anfang…

 

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F

 

Fair Trade

Fairer Handel ist mehr als eine Geschäftsdevise. Ihm liegt die Annahme zugrunde, dass sich Gemeinschaften und Regionen dann am besten entwickeln können, wenn sie sich aus eigener Kraft wirtschaftlich ermächtigen, anstatt durch ein unverändertes globales Wirtschaftssystem des geringsten Preises und Kompensationszahlungen (Entwicklungshilfe). Eine Konsequenz aus dieser Theorie ist, Produzenten von Rohstoffen faire, vom Weltmarkt geschützte Preise für ihre Erzeugnisse zu bieten. Mittlerweile ist aus der Nische ein riesiger Markt mit immer größerer Produktvielfalt geworden. Und einige Gemeinden konnten ihren Lebensstandard dank der Erzeugung qualitativer Produkte aus dem Würgegriff der Armut befreien und selbstbestimmter leben.

 

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G

 

Grüner Tourismus

Grüner Tourismus bezeichnet Reisen, bei denen die Umwelt geschont wird. Man denke an Nationalparks, langsame Mobilität in Form von Wander- und Fahrradreisen und Hotelerie, die sich schonend in die Umwelt einfügt. Der Haken an dem Konzept ist, dass es auch hier zu grotesken Ausprägungen kam: Ein deutscher Journalist deckte beispielsweise auf, dass vom WWF unterstützer “Grüner Tourismus” Schutzzonen für Tiger einführte, wodurch die dort seit Jahrhunderten ansässigen Einwohner umgesiedelt wurden, um das Wild nicht zu stören. Stattdessen gab es dannach Anlagen für Touristen und breite Trampelpfade für die Geländewagen, mit denen die Touristen den TIgern für einen Schnappschuss nachjagten. Auch wenn es sich hier um einen Extremfall handelt: Besser – unserer Meinung nach – ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Bewohner und ihre Lebensweise, Umwelt sowie Tourismus schonend unter einen Hut bringt und alle Beteiligten vom Austausch profitieren. Ein Beispiel hierfür wäre Community Based Tourism.

 

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H

 

Helikopterrundflug, Heli-Skiing

ist ein No-Go. Aber so richtig. Wir wollen ja niemandem den Spass verderben, aber ein bisschen Sightseeing mit dem Helikopter oder ein mittellanger Flug auf den Berg verbraucht gleich viel Energie wie der aus Umweltschutzgedanken neu gekaufte Kühlschrank in einigen Jahren oder eine Autoreise mit einem sparsamen Auto von Zürich nach Bourdeux und zurück.

 

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I

 

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J

 

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K

 

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L

 

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M

 

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N

 

Nachhaltiger Tourismus

Gleich eines vorweg: Nachhaltiger Tourismus ist ein komplexes Phänomen, das wir in seinem Umfang kaum hier in einem Absatz vollends erklären können. Was folgt ist eine mögliche Kurzdefinition. So richtig begreifen kann man den nachhaltigen Tourismus, wenn man immer schön brav Nomad Earth liest. Glauben wir zumindest.

 

Nachhaltiger Tourismus muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, d. h. in Bezug auf heutige wie auf künftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig.*

 

*Steck, Strasdas 1998: Tourismus in der technischen Zusammenarbeit, sekundär aus: Ökotourismus in der Praxis (Strasdas)

 

 

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O

 

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P

 

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Q

 

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R

 

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S

 

Sport-Reisen

Die Sport-Reise ist ein wachsendes Segment im Touristikgeschäft, das im vor allem unter Singles und jungen Familien mit Kindern immer populärer wird. So würde wahrscheinlich eine Einleitung im Katalog den Begriff beschreiben. In Wahrheit: Sportreisen waren schon immer der “Spitzenreiter”. Reisende der letzten Jahrhunderte legten große Distanzen zurück, zu Fuss, unter Strapazen und hätte man ihnen gesagt: “In hundert Jahren werden die Menschen absichtlich die Strapaze suche, um etwas zu erleben.” – Die Menschen von anno dazumal hätten ungläubig die Augen gerollt.

Wie auch immer: Wanderurlaub, Urlaub mit dem Fahrrad, Surf- und Segelurlaube sind eine großartige Möglichkeit das Gastland im Sinne langsamer Mobilität kennenzulernen. Wir stehen für nachhaltiges Reisen – daher zählen wir Ausflüge, bei denen man mit dem Quadbike durch die Landschaft brettert oder im Pool Waterjogging betreibt nicht zu den Sportreisen – andere Fortbewegungsmethoden sind da ruhiger, schöner, sinnvoller und umweltverträglicher.

Anbieter von Sportreisen nehmen im Normalfall Rücksicht auf die Kondition ihrer Gäste, gute Reiseveranstalter halten auch ein Alternativprogramm für weniger sportliche Familienmitglieder parat.
Nachhaltige Reiseveranstalter
nehmen davon Abstand, Ausrüstung über weite Distanzen per Auto oder Bus zu transportieren und beschäftigen Einheimische als Guides oder Sportlehrer.

 

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