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BesprechungBevor gesammelt werden kann, wird erst einmal gehörig mit Caroline, der "Fat Hen" besprochen - und das alles ganz nah an Land's End.
Listen closelyCaroline war einmal Biologin + jetzt durchstreift sie die schönsten Winkel Cornwalls um alte Kräuter wiederzuentdecken.
Kann man das essen?Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen - Kräutersuche in Cornwall ist sehr spannend.
Hallo!?!Wilde Pferde - Kein Problem in Cornwall, zwischen zwei Klippenenden spielt sich das Leben ab. Die Tiere sind übrigens zutraulicher als man denkt.
Hört, hört!Caroline hat ganz viele spannende Stories über Cornwalls essbare Vergangenheit in petto.
Kräuter am StrandSelbst Cornwalls Strände kann man essen - True story!
Bunte BeuteSo schön kann sammeln sein - und dies war nur ein Teil unserer wertvollen Fundstücke.
Schnippel, schnippelWas einmal eine Salsa Verde werden soll, muss einmal kleingehackt werden. Da helfen in Caroline Küche gern alle zusammen.
Mhmmmm...Typisch kornisch: Da darf der Fisch natürlich nicht fehlen. Dies ist nur einer von drei wunderbaren Gängen.
Krönender AbschlussKuchen macht kleinen und großen Sammlern Freude :)
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Ich ess mir Einen

Eat Surf Live: Kochtopf voller Wildnis

Für unseren Cornwall Reiseführer "Eat Surf Live" haben wir uns auf kulinarisch-kornische Abenteuer begeben. Unter anderem waren wir mit "Fat Hen" Caroline in der Wildnis unterwegs, um unser Abendessen zu sammeln.

von

Als ich am Morgen des 5. Augusts aufwachte, dachte ich, dass es ein Tag wie jeder andere werden würde, doch als ich Veras Gesicht sah, wusste ich: Das wird nicht der Fall sein. Bauchwehbelastet schleppten wir uns durch ein typisches Bed and Breakfast Frühstück – für mich war „Scrambled Eggs und Bacon“, für Vera nur eine zerquetschte Banane drinnen, der Magen wollte einfach nicht mitspielen.

 

Aufholjagd mit der Zeit


Dann wurde auf einmal die Zeit knapp, Gründe dafür könnten eventuell Veras Unwohlsein, die Suche nach einer Apotheke, Orientierungsprobleme, Geldmangel, streikende Geldautomaten, langsame Verkäuferinnen und ein generell schlechtes Timing sein. Irgendwie schafften wir es dann doch mit Ach und Krach zu unserem Termin – wir würden mit der Fat Hen alias einer sonnig blonden Caroline durch das Gestrüpp der Cornwall’schen Wildnis steigen und Kräuter, Früchte, Wurzeln etc. suchen um diese in weiterer Folge zu kochen. „Foraging-Cooking-Eating“. Soweit der Plan.

 

Die Zuspätkommer


Deutschsprachige Menschen sind ja als pünktlich verschrien. Mit diesem Vorurteil machten wir, die zwei „Austrians“, erst einmal Schluss, als wir großzügige 20 Minuten zu spät auf Caroline Farm auftauchten. Außer Atem und mit kornischen Straßenstaub im Rücken nahmen wir im verwachsenen Hof Platz. Caroline war gerade dabei, ihren Werdegang zu beschreiben: Sie war Biologin und arbeitete auf der Uni, bis es ihr zu blöd wurde, stundenlang drinnen zu sitzen und Arbeiten zu korrigieren. Sie wollte hinaus in die Natur und ihr Wissen anwenden. Ja, das ist die „Fat Hen“ am Ende von England, denn Land’s End kann man von ihrer Farm fast angreifen.

 

Namensschilder oder „das Abenteuer beginnt“


Jeder hatte ein Namensschild und allein den Namen nach waren wir die einzigen, die bei den meisten Kräutern und anderen Suchobjekten nur Bahnhof verstehen würden. Und so war es dann auch. Was uns als exotische Frucht mit „bilberry“ angekündigt wurde, war eine Schwarzbeere und „Fat Hen“ bezeichnet zum Beispiel ein dem Spinat ähnliches, wildes Gewächs. Spätestens auf der Fahrt zur ersten Suchaktion war uns klar, dass wir uns hier doch auf ein größeres Abenteuer eingelassen hatten, als ursprünglich angenommen. Eine Sekunde später stellte sich –selbst bei Vera mit Wehbauch- Erasmusfeeling ein und wir tratschten im kleinen, krachenden Punto von Tara aus Gloucestershire über Kulturunterschiede und wie wichtig es ist, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen.

 

Beerenstunde & -kunde


Caroline arbeitet nebenbei auch für den National Trust und macht Führungen in (relativ) unberührten Gebieten Cornwalls, in einem davon, befanden wir uns plötzlich. Unser Auftrag war es, Brombeeren zu finden. Diese sollten später die Tarte krönen. Beim Spazieren kamen wir auch mit Kate und ihrer Freundin ins Gespräch, die beide ganz interessiert an unserem Cornwall Reiseführer Projekt waren. Das gegenseitige Beschnuppern wurde jeweils von Carolines intelligentem Input zum Thema Wildwuchs unterbrochen. Sie aß zu Demonstrationszwecken auch das Blatt einer Brennnessel (die hier auch im Käse vorkommen, also anscheinend SEHR beliebt sind!). „Einfach zu einem ganz kleinen Paket zusammenfalten und mit ganz viel Speichel essen, dann sticht es nicht“, erklärte sie uns mit –etwas- skeptischem Blick. Weiter ging’s auf die offene Fläche. Ein Traum. Man konnte sowohl Nord- als auch Südküste der Penwith Halbinsel sehen und fühlte sich so richtig vom Meer umarmt. Wie die Idioten versuchten wir Schwarzbeeren zu finden, auf die man daheim zwar sehr leicht trifft, hier aber eher nicht so – trotz Saison. Eine gefühlte Ewigkeit bückten wir uns im Gebüsch um irgendwo die kleinen runden Blätter und ihre blau-roten Auswüchse (kling irgendwie eklig-ist es aber nicht!) zu finden. Und siehe da: Eine hatte ich. Als dieser Task erledigt war, folgte ich den anderen auf eine Hügelkuppe, auf der wir auf eine Gruppe hungriger, wilder Pferde stießen. Die waren so frech, dass sie sich gleich an den Kräutern in Carolines Korb bedienten. (Oh-oh!)

 

Pferdestreichlerin


Da es sehr kleine Pferde -auch Ponies genannt -waren, fiel irgendwann meine Hemmung und ich fing an, sie zu streicheln. Heute möchte ich nichts anderes mehr tun, da sie weich und gleichzeitig unterhaltsam sind: Sie haben nämlich humorvolle verzeinzelte Barthaare! Doch schon cheap cialis hieß es wieder Aufbruch und während ich noch Kate mit den Ponies fotografierte, waren beinahe alle anderen verschwunden. Nur mehr vier von uns waren übrig und wir bemühten uns, so schnell wie möglich zu

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den Autos zurückzustacksen. Schlauköpfe Vera und Katharina hatten sich am Morgen für kurze Hosen entschieden, und wurden so von den hüfthohen Gewächsen halb zu Tode gekratzt. (OK-so arg war’s zwar nicht, aber weh getan hat’s trotzdem.) Am Auto angekommen waren wir ganz alleine und Kate begann abenteuerliche Geschichten aus ihrer Zeit in Australien und Neuseeland zu erzählen, bei denen UFOs, enge Pfade und streikende Pferde vorkamen. Vera und ich horchten gespannt. Bis dann irgendwann klar wurde, dass die

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anderen im Gestrüpp nach uns suchten, während wir hier einen Spannungsbogen nach dem anderen erleben. Schlussendlich waren dann – mit etwa einer halben Stunde Verspätung auch Caroline und der Rest bei den Autos und wir konnten gemeinsam Frittata mit Fat Hen futtern. Ein Genuss! Dazu gab’s selbstgemachten Hollundersaft- außerhalb von Österreich habe ich noch nie besseren getrunken. (Man muss dazu sagen: Ich habe auch noch nie Hollundersaft außerhalb von Österreich getrunken!)

 

Das Meer


Auch direkt am Meer gibt es essbare Gesellen und drum war unser nächstes Ziel der Nachbarort Marazions: Perranuthnoe, wo wir mit „Black Mustard“ Bekanntschaft machten, der hervorragend nach Kren/Meerrettich schmeckt und noch dazu jedes Essen aufpeppt. Als Caroline dann mit der Geschichte der Ackerpflanzen anfing, war es um mich geschehen. Welche Pflanzen früher von den Leuten angebaut wurden, und wie die ersten Siedler plötzlich alles in Amerika damit überwucherten und sie dann auf einmal „White Men’s Footstep“ genannt wurden: All das war für mich sehr spannend und ich plane schon mir ein Buch über dieses Fachgebiet zu kaufen. (Ehrlich!)

 

Das Haus


Als ich das Haus buy generic cialis der Fat Hen betrat war mir klar, wie J.K. Rowling solche Bücher schreiben konnte. Es wirkte, als wäre es direkt aus einem Harry Potter-Buch entnommen. Bullaugen aus dem Kinderzimmer in die Galerie, das Stiegengeländer war mit Fischernetzen dekoriert und sämtliche Küchenkästchen einfach schief gemauert. Ich liebte dieses Haus von der ersten Sekunde an. Charakter, der über die Jahrhunderte gewachsen war und an dem Caroline und ihre Familie nur ein wenig drehten. Immer wieder erwischte ich mich dabei, alle Ecken genau unter die Lupe zu nehmen um sie mir für immer einzuprägen: So etwas sieht man nicht alle Tage. Caroline kochte und delegierte uns ein bisschen herum: Der kleine Charly steckte die Schwarzbeeren in den Kuchen, Greg rieb den Parmesan und ich war eifrig dabei, das Geschehen zu Fotografieren. Wie eine große Familie warteten wir dann bis Caroline den letzten Feinschliff in den ersten Gang: Makrele mit Salsa Verde (halbwild) und wildestem bunten Gestrüpp servierte. Und dann kam das, was ich mir natürlich eh schon

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erwartet hätte: Es schmeckte auch noch. Wild aus der kornischen Prärie zusammengesammelt ergaben diese zuerst wahllos wirkenden Zutaten auf einmal auch noch Sinn. Gänzlich schmolz ich dann beim Risotto mit Mies- und Jakobsmuscheln dahin, das obendrein noch viele wilde Kräuter enthielt und mit einem wilden Bruder des Spinats garniert wurde. Die Torte krönte dann dieses kulinarische Abenteuer, das ich jedem, der auch nur einen Fuß nach Cornwall setzt und das geringste Interesse an Ernährung, Kochen und Natur hat, empfehlen kann.

 

 

 

Caroline zeigt uns, was wir essen dürfen & was eher nicht. Caroline zeigt uns, was wir essen dürfen & was eher nicht.
Wunderbarer Ausblick beim Kräutersammeln. Wunderbarer Ausblick beim Kräutersammeln.
Am etwas kratzigen Weg zurück ins Auto. Am etwas kratzigen Weg zurück ins Auto.

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