Der Lago d'Idro am MorgenNadja nach ihrem ersten Paragleitflug am Idrosee. Photos: Hendrik Morkel
Wassersport olé!Hendrik bereitet sich auf den Kanutrip am Idrosee vor. Mit den Kanus und Neoprens bewaffnet paddelten wir über den Idrosee zu einer Felsenklippe. Photos: Nadja Kupsa
und gleich daneben die Berge!...the best Guide für Outdoor Aktivitäten in der Gegend Brescia! Hier auf der Felsenkletterwand. Photos: Nadja Kupsa:/David Spak
Höhenmeter machenMein Paragleitlehrer Giulio freut sich auf den Flug! Daneben: David von Pureoutdoor macht sich bereit für die Landung. Photos: Nadja Kupsa/Hendrik Morkel
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Reisebericht

Brescia, Gardasee, Lago d’Idro. Oder: Outdoor Nirvana.

Die Provinz Brescia in Norditalien bietet mehr als Klischeeromantik. 6 Outdoor-Blogger wähnten sich 2 Tage im Outdoor Nirvana.

von

In 2 Monaten ist es soweit. Die Abgabe meiner 2. Bachelorarbeit steht an. Mein Kopf ist vollgepackt mit Literatur, Theorien, Zeitplänen und zukünftige Karriereplänen. Ich brauche eine Auszeit. Batterien neu aufladen, raus in die Natur, was erleben – bevor der Ernst des Lebens so richtig losgeht, wie die Mama so schön sagt. Einen „Test“ Outdoor Trip in Norditalien? Aber Hallo!

 

Mein Abendteuer startete am Idrosee (Lago d’Idro), 20km nordwestlich vom Gardasee. Dort treffe ich auf die „Crew“. 5 Jungs. Alle Betreiber eines Online-Blogs zum Thema Outdoor Sport. Axel Jansen (outdoorseite.de), David Spak (pureoutdoor.de), Mario Hübner (schoenebergtouren.de), Michael Loeb (mountainzones.com) und Hendrik Morkel (hikinginfinland.com). Wir sind eine Gruppe wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Aber das macht nichts. Wir sind alle aus einem Grund hier: Herausfinden was dieser klischeeromantische Ort rund um den Gardasee außer klischeeramantisch zu sein noch bietet? Schnell sind mir die Jungs sympathisch, wir lachen viel und uns erwartet, was ich bis dato noch nicht wusste, eine unvergessliche Zeit.

 

Hendrik von Hiking in Finland war einer der geladenen Blogger für den Testtrip zum Lago d'Idro - trotz rosa Neopren-spiacevolezza sichtlich angetan!

 

Tag1: Das Abendteuer beginnt eher gechillt bei einem kleinen Kanutrip am Idrosee direkt in Vantone-Campingplatz Azur. Hier betreibt Leo und seine Frau eine kleine Surfschule (surfpoint.it). Mit Kanu und Neopren ausgestattet paddeln wir über das klare, türkisglitzernde Wasser hin zu einer Felsenklippe mitten im See. Hier kann man an einem Seil hochklettern und von 5 oder wahlweise 10m Felsen in die 16°C Fluten jumpen.

 

ES IST MITTAG: Wir essen. Wir essen viel!

 

Guido - unser Guide in Sachen Canyoning und Klettern beim Vorstieg. Es muss hinauf! Weiter!

 

Nachmittags lernen wir Guido kennen. „Guido the Guide“, sage ich. „Name and Passion“, antwortet er. Insiemes Lachen. Lustiger Kerl, aber irgendwie crazy. Mit ihm fahren wir auf der Ostseite des Idrosees weiter Richtung Norden nach Vesta, zu einer Felsenwand. Guido schult uns in die Welt der „Via Ferrata“ ein. Eine Ferrata ist ein Klettersteig an dem man mit Eisenseilen, Stiften und Klammern gesichert ist. Für mich als Totalkletterlaie bereits eine kleine Herausforderung. Danach werden wir die 20 hinaufgekletterten Meter wieder abgeseilt. „Rappel“ nennt sich die Kletterdisziplin diesmal. So funktionierts: Sichern, weeeeit zurücklehnen und die Felsenwand verkehrt hinuntermarschieren! Das geht bei mir zackig. Ich kann die Jungs beeindrucken – YESS!!! Erst jetzt geht’s ans eigentliche Klettern an einer der unzähligen Felsenwände in diesem Gebiet.

 

Nach der Kletterstunde, wandern wir den Wald zurück zum Strand des Idrosees, wo bereits 6 pippifeine, frisch polierte Mountainbikes auf uns warten. Die Mountainbikestrecke ist abwechslungsreich: Asphalt, direkt am See entlang, durch Wälder oder kleine Dörfer radeln wir die 2 Stunden ziemlich flott von der Ostseite des Idrosees zu unserer Unterkunft „Tre Capitelli“ (trecapitelli.com) an die Westküste zurück.

 

ES IST ABEND: Wir essen. Wir essen noch mehr! Und ich ziehe mich bald in meine kleine Hütte direkt am See zurück. Die Grillen zirpen, ich sitze am Balkon.

 

Tag2: Heute wird’s weniger sportlich als gestern. Dafür wartet umso mehr Adrenalinangebot uns. Nach dem Frühstück geht’s direkt auf den Monte Stino (ca. 1300m) wo 3 Paragleitpiloten bereits auf uns warten. Der Ausblick ist unbeschreiblich. Feine Wolkenfelder liegen uns zwischen dem Gebirge quasi zu Füßen. Wir stehen auf einer riesengroßen sattgrünen Fläche an Wiese und man hört... nichts. Es ist wunderschön, ich könnte ewig hier oben bleiben.

 

 

Gulio - mein Paragleitpilot... Flug war angenehm, der Boardservice mies, die Aussicht schöhön!

 

Doch Giulio, mein Paragleitprofi ruft mich bereits: „Nadja, prova il casco!“ Ich frage Giulio seit wann er paragleitet. „Seit gestern“, sagt er und lacht. Ich frage mich wie oft er diese eh unrelevante, aber doch irgendwie unvermeidbare Frage, gefragt würde. Jetzt aber keine Zeit zum Nachdenken, denn schon geht es los! Mein Herz klopft, der Gurt kommt mir plötzlich so locker vor und überhaupt vertrau ich diesen Italienern nicht. Die Fahren auch immer so resch Auto. Aber zu spät.

 

Giulio schreit: „Go, go, go!!!“ Und ich laufe brav dem Abgrund entgegen. Doch bevor wir in die Schlucht stürzen hebt uns der Paragleit sanft in die Luft und das Leben ist nur noch schön. Ich grinse. Sonst keine Schilderung. Einfach selbst probieren!

 

ES IST MITTAG: Wir essen. Wir essen mehr als gestern!

 

Nächste Abendteuer Schrägstrich Kletteraction! Unten beim Gardasee in der Nähe von Salò am Gardasee testen wir den Sportpark Rimbalzello (rimbalzelloadventure.com). Macht schon Spaß, aber nach der ganzen Paragleitaction erscheint mir der Kletterpark wie 7 Tage altes Toastbrot essen nach getrüffelten Jakobsmuscheln auf Gemüsefond.

 

Dafür erwartet uns nun das Beste, ja wirklich das Beste, das ich jemals gemacht habe: CANYONING! Allein das Wort erregt mich seit meinem ersten Canyoning Erlebnis. In Tignale bereiten wir uns vor. Wetsuit und Klettergürtel an, Helme auf und nun flussaufwärts wandern mitten in den Wald hinein. Wir klettern über eine kleine Ferrata und landen mitten in einer eiskalten Quelle von wo aus der Gebirgsbach und unser Canyoning Abendteuer beginnt. Das gesamte flussabwärts klettern dauert ca. 3 Stunden. Hendrik, David und Axel hatten ihre GoPros dabei, also lass ich an dieser Stelle lieber Bilder sprechen! Nur eins: BESSER als Paragleiten. SCHÖNER als die satten grünen Wiesen am Monte Stino und sogar der Strand von „The Beach“? Ein Witz! Das hier ist echt!! Das ist die Natur wie sie funktioniert. Die ehrliche. Klippen jumpen, durch Kanäle schwimmen, durch Höhlen rutschen und sich bei 30m Wasserfällen abseilen. Immer und immer wieder gerne! Vielen Dank an Guido! Wohl der coolste und beste Outdoor Guide überhaupt (liberavventura.it).

 

David von pureoudoor.de hat uns seine Erlebnisse als kleines Video zukommen lassen - mille grazie!

 

ES IST ABEND: Wir essen. Heute beim in Brescia bekannten Agriturismo in Prabione di Tignale „Al Lambic“ (agrilambic.it). Das Essen hier wird nur lokal bezogen. Lokaler Käse, Weine, verschiedenste Pasta, Risotto, Fisch aus dem Gardasee. Und zum Abschied gibt’s hausgebrannten Grappa.

 

Am letzten Abend sitzen wir 6 gemeinsam auf der gemütlichen Terrasse unseres Hotels Zanzanù in Tignale (zanzanu.it), schauen auf den Gardasee und lassen unseren Action Trip nocheinmal Revue passieren. Ein kurzes Fazit des gesamten Trips: Die italienische Romantik in Brescia und in der gesamte Provinz rund um den Gardasee und den Idrosee war unser ständiger Begleiter. Klischee bestätigt. Aber das Outdoor Angebot hier ist facettenreich, die Natur unberührt und von Tourismus bekommt man jenseits der bekannten Strände überhaupt nichts mit! Außerdem habe ich selten so gut und ohne schlechtes Gewissen gegessen! Freunde, macht das Canyoning mit Guido! Denn wenn ihr vorher abkratzt, dann habt ihr wirklich was verpasst.

 

Kommentar: An dieser Stelle möchte ich mich bei Roberto von Bresciatourism bedanken. Der Outdoor Trip war von – bis perfetto organisiert, hat all meine Erwartungen übertroffen und ist ein Erlebnis das ich jedem meiner Freunde, Bekannten oder Unbekannten nur ans Herz legen möchte.

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