Reisebericht

Auckland lässt uns im Regen stehen

Auckland, die Großstadt und das schlechte Wetter. Die Story einer Nicht-Liebeserklärung.

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Der letzte Tag im Jahr. Wir verbrachten die drei vorangegangenen damit, unseren Jetlag loszuwerden und erste Besorgungen in Auckland für den anstehenden zweimonatigen Neuseeland Trip zu machen. Ein bisschen Camping und Trekking Ausrüstung hier, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 75 und ein gebrauchtes Surfbrett da. 75 passt ganz gut, den die Sonne brennt einem im Südpazifik die Haut gnadenlos weg.

 

Surfen war das Stichwort. Das will ich Insel auf- und Insel abwärts und zwar an der Ostküste genauso wie an der Westküste. Neuseeland ist für Wellenreiter ein reines Paradies. Irgendwo gibt es fast immer Wellen. Im Wavetracker Surfguide, dem handlichen Wellenreit Guide für Neuseeland, sind nicht weniger als 470 Surfspots detailreich beschrieben. 470! Da sollte was gehen, denkt sich das hungrige Surferherz.

 

Vera und ich streiften die vergangenen Tage mit offenen Mündern jedoch weit weniger offenen Augen (der Jetlag bei 12 Stunden Zeitverschiebung ist ein ganz fieser) durch Neuseelands größte Stadt. Auckland hat mit 1,4 Mio die mit Abstand höchste Einwohnerzahl aller Kiwi-Städte, darf sich aber dennoch nicht offizielle Hauptstadt des Pazifikstaates nennen. Diesen Titel trägt das viel kleinere, am südlichen Zipfel der Nordinsel in einer wunderschönen Bucht eingebetete Wellington. In Down Under (siehe Australiens Hauptstadt Canberra scheint ein gewisses Understatement verbreitet zu sein: Macht wird nicht mit Größe gleichgesetzt, die einwohnerreichste Stadt wird nicht zwangsläufig zugleich zur Hauptstadt ernannt.

 

Was kann man über Auckland sagen?

Die Metropole ist ein Querschnitt durch eine angelsächsische, asiatisch-polinesische Lebensweise und eine grüne Oase, in der der kulturell und architektonisch verwöhnte Mitteleuropäer Glanz und Glorie einer Großstadt ein wenig vermissen. Charmant und nicht ganz so aufdringlich, wie man es sonst von Großstädten gewohnt ist, windet sich Auckland elegant wie eine Schlange um die zahlreichen Buchten eines Sees, der eigentlich der Pazifik ist. Man sagt, Auckland soll im Sommer ein wunderbar südpazifisches Flair versprühen. Moment! Eigentlich ist es doch gerade Sommer, aber leider ist seit unserer Ankunft vor einigen Tagen recht wenig davon zu sehen und spüren. Ein mächtiger Zyklon, mit dem Auge über Nordaustralien schiebt sich in Richtung südpazifischen Raum und bringt uns seit Tagen tropische Regenschauer, die uns auf unseren Streifzügen durch das hügelige Auckland zwar nicht eiskalt erwischten aber mehrmals patschnass machten. Zu Hause hätten wir über ein solches Sauwetter bestimmt geflucht (was natürlich geholfen hätte es zu ändern), aber hier gehört der tägliche Dauerregen für uns zum touristischen Spektakel. Irgendwie eigenartig, oder?

 

Das Wetter soll aber schon in Kürze besser werden und ein guter Swell, der jede Menge erstklassige Wellen verspricht, wird mir von meiner frisch heruntergeladenen Neuseeland Wellenvorhersage App auch bereits angekündigt. Fehlt also nur noch das Second Hand Surfbrett, das ich zu diesem Zeitpunkt immer noch vergeblich in Auckland suchte und eine kleine Wohnung auf vier Rädern.

Wie sich später herausstellen sollte, war es schwieriger ein gebrauchtes Surfbrett als einen gebrauchten Campervan in Auckland zu kaufen. Das gebrauchte Surfbrett wurde schlussendlich ein neues, das ich nicht in Auckland sondern in einem der Suburbs kaufte. Die Wohnung auf vier Rädern sollte später Gandalf heißen und uns von einem kanadischen Pärchen verkauft werden. Wie man ein Auto bzw. im Speziellen einen Campingbus in Neuseeland kauft, lest ihr in einer meiner nächsten Storys.

 

Mehr Neuseeland Reise-, Abenteuerberichte & Tipps findet ihr in unserer Neuseeland Rubrik.

 

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