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Interview

Per Rad durch Madagaskar – Ein Filmprojekt

With Love from Madagascar zeigt die Geschichte zweier Reisender auf einer Insel, die eigentlich fast verloren scheint. Ein Interview.

von

Grundsätzlich - wie kam‘s zu dem Projekt? Was war der Anstoß dafür?

Klara: Ich hatte bemerkt, wie viel Aufmerksamkeit MADE IN ICELAND bekommt und wollte ein weiteres Reiseprojekt machen. Ich habe mir gedacht: "Warum nicht in ein Land, dass ein wenig Aufmerksamkeit gebrauchen könnte?" Vor einigen Wochen wusste ich noch kaum etwas über Madagaskar, ich denke ich bin da nicht die Einzige...

With Love from Madagascar - so der Projekttitel - wird eine Adventure Doku über zwei Europäer, die per Fahrrad durch Madagaskar reisen.

Karsten: Da kam so einiges zusammen. Ich arbeite grad an einem Drehbuch über einen Studenten, der zum Ökoterroristen wird und hab mich viel mit Aktivismus und Umwelt beschäftigt. Und eigentlich wollte ich nach ein bisschen Trubel in diesem Jahr nach Tansania und dort zwei Monate in einem Waisenhaus arbeiten. Dann hat mich Klara so beiläufig wegen ihrer Madagaskar-Idee gefragt. Erst wollte ich nicht, aber nachdem ich mich in das Thema eingelesen hatte, war mir klar, dass das Projekt genau das alles verbindet, was mich zur Zeit bewegt.

 

Madagaskar ist - wie ihr es formuliert - ein „Sinnbild für die Welt“. Wie ist das zu verstehen?

Klara: 90% der Pflanzen- und Tierwelt in Madagascar sind endemisch. Und ihr Lebensraum ist durch das umgebende Meer krass eingegrenzt. Bietet Madagaskar keinen Lebensraum mehr, gibt es keine Ausweichmöglichkeit. Das gleiche gilt auch für unseren Planeten. Wir "schwimmen" ja auch wie eine Insel im Weltall.

Karsten: Madagaskar hat sich vor Millionen von Jahren von Afrika abgegrenzt. Seither hat sich eine fast völlig unbeeinflusste eigene Evolution darauf vollzogen. Es gibt dort, auf einer Insel nicht größer als Frankreich, Planzen und Tiere, die es nirgends sonst zu finden gibt. Es ist teilweise so schräg - es ist fast wie ein anderer Planet. Und das auf so kleinem Raum. Es hat eigene kleine Klimazonen und eine eigene Kultur der Siedler, mit chinesischen Einflüssen.

Mittlerweile steht Madagaskar auch unter starken westlichen Einflüssen, wenn man sich die Musikvideos aus Madagaskar auf youtube anschaut. Auf Madagascar herrscht der Kapitalismus. Es ist ein typisches Verteilungsproblem von Reichtum, dass das Land arm gemacht hat.

 

 

Karsten hat vorher gesagt, das Projekt verbindet alles, was ihn zur Zeit interessiert. Was interessiert Euch bei dem Projekt? Im Video formuliert ihr das in die Richtung "To make a better world" - wie sieht das in dem Fall aus?

Klara: Als Entwicklungsland mit einer überdurchschnittlich schnell wachsenden Bevölkerung kann man Madagaskar mit seinen wirtschaftlichen und ökonomischen Problem mit vielen anderen Ländern vergleichen. Das Problem ist aber in Wirklichkeit noch komplexer und für mich als Laien in diesem Thema kaum zu verstehen. Um die  Probleme Madagaskars wirklich zu verstehen, müsste man sich wohl mit der Weltwirtschaft und der Abhängigkeit Madagaskars von Europe beschäftigen.

Es geht in unserem Projekt nicht darum, Madagaskar zu verändern. Wir haben weder die Ausbildung noch das Wissen und schon gar nicht das Recht, in diesem fremden Land, das wir so wenig kennen und dessen Probleme wir so wenig verstehen, etwas verändern zu wollen. Es geht darum den Blickwinkel unserer Zuseher zu verändern und hoffentlich zu erweitern. Wir wollen diese Reise antreten um selbst zu lernen. Und andere daran teilhaben zu lassen.

With Love from Madagascar ist vorrangig keine Doku über Madagaskar, sonder eine Doku über zwei Europäer die durch Madagaskar reisen.

Karsten: Ich frage mich einfach: können wir etwas ändern? Es ist doch so, dass vor knapp tausend Jahren Madagascar zu 100% mit Regenwald bedeckt war. Heute sind es nur noch unter 10%. Abgeholztes Land wird verbrannt, damit dort Reis angebaut werden kann. Der Boden ist aber so karg, dass der Reis nur ein bis drei Saisonen wachsen kann. Danach ist der Boden kaputt. Die Bauern ziehen weiter. Der Urwald regeneriert sich nicht. Die Malagasy hacken das Edelholz aus dem Wald, bis zu 1000 Bäumen am Tag. Sie verkaufen es billig an Timberlords und verdienen fast nichts daran. Die Lords verkaufen es zu 60% an die Chinesen und die Europäer. Das Land richtet sich selbst.

Was können wir noch tun? Als Europäer, die wir indirekt Schuld daran sind, wollen wir es herausfinden, lokale Organisationen befragen, eigene Erfahrungen einfangen und dabei der Natur begegnen, von der wir meinen, dass sie rettenswert ist.

Vielleicht ist es schon zu spät. Wie damals, bei den Osterinseln.

 

Das ist sowieso eine interessante Geschichte: Wir im Westen - mit gewissem Reichtum gesegnet - können uns mittlerweile "leisten" über Ressourcen-schonendes Wirtschaften nachzudenken, während andere Länder „aufholen“ wollen...

Der Begriff Entwicklungsland verweist darauf. Es heißt: "Die sind noch nicht so weit." Wie seht ihr "Entwicklung eines Landes"? Entwicklung wohin? Und haben wir ein Recht zu sagen: "So solltet ihr das machen!"?

Karsten: Wir haben das Recht, denn wir sollten es mittlerweile besser wissen. Das klingt vielleicht arrogant, aber wir haben auch die Mittel, den Leuten Optionen zu bieten. "Entwicklungsland" ist ein selbstherrlicher Begriff der Industrieländer: Er verweist darauf, dass die noch nicht so weit sind wie wir. Als wären es noch Kinder. Aber was heißt hier: Soweit wie wir? Ich meine, wir Europäer mit unseren Banken, auf denen wir unser Geld horten, lassen von Bankiers Subventionen auf Edelhölzer wie Rosenholz und Ebenholz zahlen, damit die kräftig daran verdienen, wenn das Holz an China wandert und zu Luxusbesenstielen für dessen aufsteigende Mittelklasse verarbeitet wird.

Dann vermehrt sich "unser" angelegtes Geld. Wir bekommen nichts davon mit und haben auch kein schlechtes Gewissen. Aber Gewinn. Die Malagasy werden von den Timberlords und den Banken arm gehalten, so dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als die wenigen Jobs zu machen, die ihnen Kohle bringen. Und diese Jobs sind illegal. Selbst auf Madagaskar. Nur kaum jemand schert sich darum. Wozu auch? Sichert es doch das Überleben für ein paar Tage, wenn sie ihren Wald zerstören und sich tagsüber Suppe aus Lemuren kochen. Wenn wir sie nicht angemessen bezahlen und ihnen keine Optionen oder alternative Jobs und keine Bildung darüber geben, welche Konsequenzen ihr Handeln für die Insel hat, dann wird die Insel bei der aktuellen linearen Abholzrate von 2,5% bis 2067 tot sein. Wahrscheinlicher ist, dass sie sogar früher tot sein wird, weil die Abholzrate proportional zur Bevölkerungsdichte ansteigt.

Der Fakt ist doch, dass wir etwas sagen sollten, weil wir ahnen, dass es nicht gut ausgehen wird. Ich finde, wir haben das Recht und die Pflicht, denn wir haben auch irgendwie eine Mitschuld. Dir Frage ist doch: Sind wir in der Lage, es wieder gut zu machen, bevor es zu spät ist?

Klara: Nein, ich denke, wir haben nicht das Recht uns einzumischen - alleine schon deshalb, weil ich nicht das Gefühl habe, dass wir Europäer, (entschuldigt die Verallgemeinerung) so unglaublich glücklich sind in unserer freien Marktwirtschaft, unserer schnellen Gesellschaft, unserem Leistungsdruck und unserem Reichtum. Auf der einen Seite der Welt zwingt man sich nicht zu viel zu essen, auf einem anderen Teil des Planeten kann man sich kaum ernähren. Diese Ungerechtigkeit ist es, die mich dazu bewegt etwas bewegen zu wollen.

Ich habe mich immer sehr hilflos gefühlt wenn es um die Themen Umweltschutz und Armut/Ungleichheit ging. Das tu ich noch immer. Ich möchte etwas tun um diese Probleme zu bekämpfen. Ich möchte mir selbst beweisen, dass ich auch nur ein kleines bisschen verändern kann. Ich weiß, dass mein Ansatz ein sehr naiver ist.

Ich hoffe einfach auch andere dazu bewegen zu können, mit dem was sie können, mit ihren Talenten die Welt ein klein bisschen besser machen zu wollen- egal wo- in Madgaskar, auf der Welt, in ihrer eigenen Heimatstadt. Es geht darum zu zeigen, dass jeder Verantwortung trägt für dass was auf unserem Planeten passiert- und was alles bewegt werden kann, sobald man diese Verantwortung übernimmt.

 

Klara, dein letztes Projekt lief ja unglaublich gut: Das Crowdfunding war kein Problem, der Trailer wurde herumgereicht, geshared und geliked, der finale Film auf Vimeo hatte innerhalb kürzester Zeit über 200 000 Aufrufe. Wird‘s wieder so so gut laufen mit With Love from Madagascar?

Klara: Ich hatte in den letzten Tagen Angst, mit dem Thema Leute abgeschreckt zu haben.

Ich hab ein paar Rückmeldungen bekommen, die etwas deprimierend waren, al la „...was wollt ihr denn schon verändern", und ich hab mir nur gedacht: "Ich weiß es noch niiiicht! Ich muss da hin und es herausfindeeeen! Aaaaah!“ Das hat mir ordentlich Schlafmangel beschert.

Andere haben gemeint, dass ich besser dran gewesen wäre, hätt‘ ich es rein als Spass- und Abenteuerfilm dargestellt - aber das sollte es nicht werden. Nicht nur auf alle Fälle!

Ich hoff einfach, dass er viele Leute erreicht. Aber ich denke, das wird er. Sobald wir die Chance bekommen, ihn umzusetzen.

 

 

 

Was wenn das Crowdfunding nicht entsprechend funktioniert?

Karsten: Wenn wir nur die Hälfte an Geld schaffen, machen wir ihn trotzdem, wenn auch mit weniger technischer Brillanz.

Klara: Wenn das crowdfunding nicht funktioniert, geh ich zur Millionenshow, mach den Film und spend‘ den Rest zur Bildung von Frauen.

Karsten: Wieso Frauen? Es sind doch meist dumme Männer, die den Mist verbocken!

 

Euer Film zeigt Eure Reise aus zwei Perspektiven. Werden wir dabei auch unterschiedliche Interessen von Euch zwei entdecken? Klara - was interessiert Karsten an dem Projekt? Karsten - was denkst du, was Klara anders machen wird als du?

Klara: Ich glaube Karsten hat mehr Interesse an den Dingen die im Hintergrund falsch laufen, etwa wirtschaftliche Abhängigkeiten und politische Faktoren die zur jetzigen Situation geführt haben.

Karsten: Haha, das ist gut. Ich glaube, Klara wird es eher gelingen, Menschen zu begeistern, zu inspirieren und ihr Herz zu öffnen. Klara glaubt fest an das, was sie tut, und sie tut es mit Herzblut und Liebe. Sie ist eine abenteuerliche Ästhetin und sie liebt die Natur über alles und ist zudem in der Lage, sie den Menschen nahe zu bringen. Ich bin eher so, dass ich Fehler suche und aufdecken will und Zahlen sehe und Fakten zu logischen Schlüssen kombiniere - ich neige wohl manchmal zum Fingerzeig. Gut, dass es Klara gibt.

 

In Island war Klara alleine unterwegs, nun zieht ihr zu zweit los. Wie reist Klara privat? Wie reist Karsten privat? Und was unterscheidet eine Reise im Zuge eines solchen Projekts vom klassischen "Urlaub"?

Klara: Mein Reisestil war schon immer geprägt von dem Mangel an Geld. Heißt: Ich couchsurfe, nehme den billigsten Flug, und kauf mein Essen im Supermarkt. Das macht das Reisen mit mir nicht immer zu einer angenehmen Erfahrung. Alleine Reisen heißt, angewiesen zu sein auf die Leute denen man begegnet. Dadurch begegnet man meist mehr und mehr hilfsbereiten Menschen- weil man sie ja braucht. Aber es hat auch Nachteile. Wenn man nicht gerade eben die Einsamkeit sucht, wie bei meiner Islandwanderung, dann kann es sehr anstrengend sein, alle Entscheidungen alleine treffen zu müssen.

Ich bin sehr froh jemanden gefunden zu haben, der mit mir nach Madagaskar reist. Nicht nur, weil es dem Film mehr Tiefe geben wird, eine zweite Kamera und zweite Perspektive zu haben, sondern auch, weil es leichter wird - und fröhlicher!

Karsten: Ja, ich fröhlicher Typ! Ich reise total gern allein und ohne zu wissen, wo es hin geht oder wo ich die nächste Nacht schlafen werde. Letzten Frühherbst war ich einen Monat durch die Schweiz und Italien (Sizilien) unterwegs. Man trifft viele Menschen, wenn man sich auf solche Art von Backpacking Reisen macht. Meist hab ich irgendein Fotothema für meine Reisen. Letztes mal habe ich aus irgendeinem Grund Liebespaare fotografiert.

Ein Urlaub ist es für mich nicht wirklich. Danach bin ich meistens erschöpft und brauche ein paar Tage Schlaf, um meine Eindrücke zu verarbeiten. Aber es nicht zu machen, hätte mich noch mehr fertig gemacht. Ich brauche es einfach, die Welt zu erleben und mehr darüber zu erfahren und mit anderen meine Erfahrungen teilen. Es zeigt einem irgendwie ganz gut, worauf es im Leben wirklich ankommt.

 

 

Habt ihr für Madagaskar eine fixe Route oder lasst ihr Euch treiben?

Karsten: Wir werden uns eine Route ausdenken, sobald es losgeht. Ich lass mich aber lieber treiben. Etwa davon, wer mit uns reden will, welche Menschen wir treffen und was Klara sagt.

Klara: Es gibt noch keine fixe Route. Wir sind schon im Kontakt mit ein paar Umweltschutz und Charity Organisationen in Madgaskar, die wir im laufe unserer Reise besuchen wollen. Es hängt also davon ab, wo in Madagaskar wir jemanden interviewen können. Dank Operation Wallacea (http://www.opwall.com/Expeditions/Madagascar/ ) geht es mal sicher in den Dornwald im "vergessenen" Süden Madagaskars.

Natürlich hängt es auch davon ab, wie weit wir mit unseren Fahrrädern kommen. Wir sind beide keine "Sportler" und werden ganz schön leiden.

Karsten: Hey!! Naja, wir sind schon sportlich...

 

Und wer hat die Hos'n an?

(Klara und Karstens Antwort erscheint gleichzeitig in meinem Skype-Fenster...)

Klara: Wir sind ganz gut wenn es darum geht miteinander zu kommunizieren- und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Denk ich.

Karsten: Klara ist die Leiterin der Expedition. Wir sind oft unterschiedlicher Meinung. Klara trifft die endgültige Entscheidung.

(Beide lachen)

 

By the Way - seid ihr zusammen? Irgendwas in Richtung „verliebtverlobverheiratet“?

Klara: Ach... AHM. Ich mag den Karsten.

Karsten: Ich mag Klara. Wir sehen uns nicht so oft. Liegt an der Entfernung.

Klara: Das dürfen die Leute selbst herausfinden wenn sie den Film sehen... Haha, das wird unser Aufhänger - wie bei einer Soap!

 

 

Dramatik, Romantik, eine fragile Liebesg‘schicht, wilde Landschaft. Alles, was ein Pilcher-Film braucht. Alles beantwortet. Lieb.

Klara: Ja! Perfekt.

 

Was wäre Euer Wunsch für Euer "Baby", den Film? Was wollt ihr damit erreichen?

Karsten: Es soll die Leute berühren und vielleicht ein bisschen bewegen. Wenn es uns gelingt, die übrige Natur von Madagaskar wunderschön einzufangen, wenn wir zeigen können, dass Reisen zwar beschwerlich, aber lohnenswert sein können und dass es wichtig ist, ein Ziel zu haben, damit eine Reise auch für andere sinnvoll sein kann, dann ist für mich der Film gelungen.

Klara: Ich bekomme noch mails von Leuten, die eine Solo-Wanderung machen möchten und die meine Wanderung durch Island einen Anstoß gegeben hat, das jetzt "durchzuziehen" und nach meiner Wanderroute etc. fragen.  Wenn unsere Reise durch Madagaskar Leute dazu bewegt, darüber nachzudenken, was sie selbst tun könnten um ihre Welt zu verändern, bin ich glücklich.

Karsten: Am Ende stell ich mir die Frage: Wenn es nicht gelingt, eine in sich geschlossene Welt wie Madagaskar zu erhalten, wie wollen wir dann eine in sich geschlossene Welt wie die Erde erhalten? Ich wünsche mir, dass viele Menschen sich diese Frage ebenso stellen werden, wenn sie unsere Idee sehen. Dann hoffe ich, dass sie den Film unterstützen, damit das, was wir als Europäer auf Madagaskar lernen, noch mehr Menschen erreichen kann. Und vor allem soll der Film Spaß machen und spannend und auf seine Weise so besonders, wie Madagaskar selbst sein.

 

Was erwartet ihr Euch von dieser Reise? Und haben Euch vergangene Reisen als Personen verändert?

Klara: Ja! bis jetzt hat mich jeder Reise verändert.

Meine erste richtige Reise war mit 18. ich wollte Fruitpicker werden in Belgien. Ich hab nie eine einzige Kartoffel-Erdbeere-Krautrübe gesehen, aber in den zwei Monaten richtig gute Freunde gefunden und entdeckt, dass wenn man will, das sich etwas verändert, man sich als erstes selbst verändern muss.

Am intensivsten war bis jetzt sicherlich meine Islandreise. In dieser Langeweile der Einsamkeit haben Gedankengänge begonnen, die bis jetzt noch nicht abgeschlossen sind.

Karsten: Auf jeden Fall hat mich das Reisen verändert... Nachdem ich durch Griechenland gewandert bin, hatte ich so was wie etwas „Elementares vom Leben“ kapiert - zumindest meine ich das. Vielleicht bin ich ja auch verrückt geworden. Ich habe auf jeden Fall viel Vertrauen ins Leben und das Gesamtpaket Existenz gewonnen. Das heißt, ich komme mit weniger aus, als ich vorher je dachte.

Diesmal erwarte ich, dass ich an meine Grenzen gerate. Ich war zum Beispiel noch nie in einem Land, in dem man morgens einen Skorpion im Schuh haben kann wenn man nicht in einem Hotel schläft.

 

Welche Reisen kommen danach? Schon Projekte im Aug'?

Klara: Für mich geht es im Juli nach Peru. Gemeinsam mit einer Expedtionsgruppe soll ich auf einen 5.500m hohen Gletscher in den weißen Cordilleren und unsere gemeinsame Erfahrung in einem Film verarbeiten. Das wird sicher das körperlich Anstrengenste, was ich jemals gemacht habe. Ich habe ein wenig Angst davor, aber auch unglaublich viel Vorfreude auf Peru!

Karsten: Wir haben tatsächlich schon ein Projekt im Auge - Klara sogar mehrere. Ein Freund aus Toronto hat uns dazu eingeladen... Wir planen per Segelboot nach Neufundland zu fahren und dort das Problem mit dem Plastik aufzuspüren. Die weltweiten Meeresströmungen haben über die Jahre Plastikreste aus aller Welt dorthin gespült, eine riesige Fläche von der Größe Deutschlands... aber das steht noch in den Sternen, hängt von vielem ab und so. es wird auf jeden Fall noch was Folgen. Klara ist ohnehin erstmal in Peru.

 

Abschließend: Ihr finanziert das Projekt zum Teil über Crowdfunding. Was kann man tun, damit das Projekt gelingt?

Karsten: Naja, wir brauchen immer noch etwas Support, weil wir nicht alles alleine tragen können. Vielleicht möchte jemand fragen, ob er  gegen einen Geldbetrag oder Equipment das Logo seiner Firma auf unserem Reise- und Filmblog zeigen kann...

Klara: ...und ich glaube es ist wichtig zu sagen, dass wir selbst noch nicht wissen wie diese Geschichte enden wird. Ja, wir haben das Ziel uns aus dieser Hilflosigkeit zu hohlen - aber ob wir das schaffen wissen wir nicht. Um das Ende der Geschichte zu erfahren, müssen wir sie beginnen. Ohne nach Madgaskar zu reisen, werden wir nie erfahren, was wir dort alles lernen können. Dafür brauchen wir die Unterstützung unserer Freunde.

 

Vielen Dank! Und viel Glück!

 

Liebe Leser! Wer das einzigartige Vorhaben von Klara und Karsten unterstützen möchte, kann dies hier tun: Klaras und Karstens Seite auf startnext.de

Infobox

Klara Harden und Karsten Prühl sind zwei Photographen und Filmemacher aus Österreich und Deutschland. Für Aufsehen sorgte Klara unter anderem mit


Mehr Infos

Crowdfunding auf startnext.de
Artikel über Klara Harden bei Nomad Earth
Kompletter Film

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