Mittlerweile bin ich neugierig geworden, will es jetzt probieren. Ich muss mich aber beeilen. Ein geplantes Kraftwerk bedroht die Tollerei auf der zweitältesten Flusswelle der Welt, erzählt uns Reini Urban, Vorstand des Grazer Vereins murbreak.
Andy: Hallo Reini, gleich ein direkter Einstieg: Riffwellen auf Bali oder stehende Welle Grazer Hauptbrücke?
Reini: Stehende Welle in Graz natürlich! Da muss ich nicht so weit reisen, es gibt hier auch kein Local-Problem. Aber ich fahr hin und wieder schon auch gerne nach Lanzarote oder Portugal zum Surfen [zu den schönen, großen Wellen, wie Reini sie nennt, Anm.].
Ich habe River Surfing lange Zeit für wenig sexy gehalten, mich kaum damit beschäftigt. Aber meine Neugier wird größer und größer. Sag mir doch mal, warum sollte ich als Surf-Süchtiger den Ritt auf der stehenden Welle unbedingt ausprobieren?
Vor allem kann man in aller Ruhe an seiner Technik arbeiten. Wenn man den Dreh erst einmal heraus hat, surft man auf einer Flusswelle ewig. Im Meer dauern die meisten Surfs ja gerade einmal ein paar Sekunden. Und außerdem: Wenn ich will, kann ich hier fast jeden Tag surfen, mitten in der Stadt.
[Reini lacht und deutet mit einer einladenden Geste vom Cafe Schwalbennest, wo wir uns getroffen haben, zum Surfspot, der nur wenige Meter neben und unterhalb des Lokals liegt. Ich beginne zu begreifen]
Surfen auf stehenden Wellen ist also ein perfekter Ersatz für fortgeschrittene Surfer während langer, meer-loser Monate?
Ja, auf jeden Fall, obwohl die meisten Surfer eine Eingewöhnungsphase benötigen. Auf der Flusswelle kann man nicht gleich so einfach Gas geben, man orientiert sich anders als im Meer. Flusswellen sind zwar langsamer und unruhiger, aber man kann genauso steile Turns machen.
Infobox
River Surfen hat Tradition in Österreichs zweitgrößter Stadt. Die Grazer Wellen sind jedoch wegen eines geplanten Kraftwerksbaus bedroht. Fotocredits: murbreak
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